Begegnung an der Grenze

 

Kunstgrenze geschlossen! Ein historisches Ereignis, das dokumentiert sein möchte. 

 

xx  März 2020 Deutschland macht dicht. Auch entlang der Kunstgrenze wird auf deutscher Seite ein Zaun errichtet

xx März 2020 Liebende umarmen sich an der Grenze. Nebst Amor ist jetzt auch noch ein Zaun zwischen ihnen

xx März 2020 Freundschaften lassen sich nicht einfach so auseinander reissen. Es wird gelacht, geredet und gefeiert entlang des provisorisch erstellten Zauns entlang der Kunstgrenze. Wegen der geschlossenen Landesgrenzen gibt es fast keine Möglichkeiten mehr sich zu sehen, zu treffen und körperlichen Kontakt zu haben. Freundschaften sind grenzenlos, auch wenn sie die Grenze manchmal überschreiten. Zu viele Menschen halten sich an der Kunstgrenze auf. Zu wenig Abstand ist zwischen vertrauten Personen.

xx April 2020 Schweizer Behörden bekommen Angst wegen einer möglichen, angeordneten Ausgangssperre aus Bern. Die Stadt Kreuzlingen, die Kantonspolizei und die Grenzwache lassen vom regionalen Führungsstab Kreuzlingen einen zweiten, noch höheren Zaun entlang der Kunstgrenze errichten. „Mit dem zusätzlichen Zaun kann der Abstand zwischen den Personen diesseits und jenseits der Grenze eingehalten werden“, meinen die Verantwortlichen.

xx April 2020 „Verbotene Liebe im Grenzgebiet“ betitelt der Tagesanzeigen seinen Bericht zur aktuellen Situation. Künstler Johannes Dörflinger ist traurig. Die Grenzzäune haben seine Kunst zerstört. Die Aussage wird ins Gegenteil verkehrt. Eingeschlossen sind die Tartot-Skulpturen „Liebe“ und „Gerechtigkeit“ Isolation macht vielen zu schaffen

xx April 2020 Kreuzlinger und Konstanzer suchen trotz des neuen Grenzzauns Nähe. Letizia und Claudia treffen sich online in der frisch gegründeten Facebook Gruppe für getrennte Paare. Schnell hat dieGruppe mehrere Tausend Mitglieder und kämpft dafür, dass zumindest der Schweizer Zaun so rasch als möglich wieder abgebaut wird. 

xx April 2020 Der Zaun ist für Johannes Dörflinger ein Alptraum. Seine Kunstgrenze wird unfreiwillig zum Symbol der Krise. 

 (Text noch in Bearbeitung))